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Luc Bondy dreht in der Klassikerstadt

Gut gelaunt trat Steffan Kowalski, Chefkoch im Hotel-Restaurant "Alt Weimar", eine Woche lang in die zweite Reihe. Begnügte sich mit der Rolle des Assistenten und Beraters. Der Film gab in "seinem Reich" den Ton an. Konkret: der Schweizer Regiestar Luc Bondy und sein Team (TLZ berichtete). "Für mich ist das ein sehr schöner Ort", äußerte Bondy sich vor Abschluss der Weimarer Dreharbeiten an der deutsch-französischen Koproduktion begeistert über das "Alt Weimar". Wenn er dreht, konzentriert er sich mit einer Ausschließlichkeit aufs Sujet, die für anderes kaum Raum lässt. Bleibt trotzdem Zeit für Sightseeing in Weimar?
"Nein", lautet die knappe Antwort Luc Bondys, der die Klassikerstadt von drei Gastspielen beim Kunstfest Mitte der 90er Jahre kennt. Kurz und präzise sind seine Anweisungen an die Schauspieler, immer freundlich. Da bleibt in den Drehpausen auch Zeit für einen Scherz. "Ne fais pas ca!" (Lass das sein!) nach einer Romanvorlage von Philippe Djian erzählt die Geschichte eines jungen und eines älteren Paares, die "ihre Eifersucht verwalten", so Bondy. Weil einer der Protagonisten als Koch reüssiert, muss als Drehort natärlich ein "echtes" Restaurant für ein adäquates Ambiente sorgen. Für Luc Bondy, der vor allem durch Theaterinszenierungen wie Strindbergs "Möwe" von sich reden machte, ist es die dritte Filmproduktion. Im nächsten Jahr soll der Film mit Nicole Garcia, Natacha Regnier, Miki Manojlovic und Fabrizio Rongione in den Hauptrollen in die Kinos kommen.
Fast drei Jahre lang hat Luc Bondy mit Djian gemeinsam an dem Drehbuch gearbeitet und überarbeitet nach eigenen Aussagen den Text noch während der Dreharbeiten. Abgesehen vom ersten Drehtag blieben diese der Weimarer Öffentlichkeit weitgehend verborgen. Zwar hat das "Alt Weimar" inzwischen seinen Namen sichtbar zurück, für die Außenaufnahmen war es in "Autre Chose" umbenannt worden, der reguläre Restaurantbetrieb wird jedoch erst am Samstagabend, 22. März, wieder aufgenommen. Dann steht auch Steffan Kowalski als Chefkoch wieder in der ersten Reihe.

Christiane Weber, taz 21.03.2003

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